Das Käppele

Die Wallfahrtskirche „Käppele“ auf dem Nikolausberg, gegenüber der Festung, ist eines der Wahrzeichen Würzburgs und hat für viele Gläubige eine große religiöse Bedeutung.

Im Jahr 1640 stellte ein Mainfischer während des 30-jährigen Krieges einen Bildstock in seinem Weinberg auf. Dieser zeigte die schmerzerfüllte Mutter Maria, die ihren toten Sohn auf ihrem Schoß hält. Wenige Jahre später entstand an diesem Platz eine kleine Holzkapelle, die stetig erweitert wurde. 1748 bis 1750 plante Baumeister Balthasar Neumann eine Wallfahrtskirche mit zwei achteckigen Fassadentürmen und baute sie quer vor die Kapelle, die kurze Zeit später in den Neubau integriert wurde.

Markante Erscheinung

Besondere Kennzeichen des Würzburger Käppele sind die eher zierlich wirkende Doppelturm-Fassade und die markante Dachlandschaft, bestehend aus Kuppeln, Zwickeldächern und Turmhauben. Das eher schlicht gehaltene Hauptportal zeigt in einer rundbogigen Nische eine von Johann Peter Wagner geschaffene Sandstein-Immaculata (Unbefleckte Empfängnis). Auf dem Dach stehen zwei flankierende Putten, die die Trösterin der Betrübten und die Zuflucht der Sünder darstellen. Bereits im 17. Jahrhundert pilgerten Gläubige aus der Region zum Käppele, denn sie versprachen sich von der Pieta (Maria mit dem toten Jesus im Schoß) Wunder und Erscheinungen.

Der Kreuzweg

Ein Treppenaufgang mit 247 Stufen führt hoch zur Wallfahrtskirche. Dieser wurde von 1761 bis 1799 als Kreuzweg, ebenfalls von Balthasar Neumann geplant, angelegt. Der malerische, terrassenartig angelegte Stationsweg mit 14 Kapellen ist der größte seiner Art in Deutschland. Lebensgroße Figurengruppen des Würzburger Bildhauers Johann Peter Wagner sind dort zu bestaunen. Wagner gilt als Hauptschöpfer der Rokokoplastiken in Mainfranken, schuf Werke für die Residenz und viele Würzburger Kirchen und war 28 Jahre lang der Hofbildhauer der Würzburger Fürstbischöfe. Das Zusammenspiel von Kirche und Kreuzweg, eingebettet in die über Würzburg thronenden Weinberge, gilt als ein bedeutendes Schmuckstück des Spätbarocks.

Von Bomben verschont

Der Gefreite Ludwig Herrmann rettete das Käppele während des Zweiten Weltkrieges vor der kompletten Zerstörung. Er verweigerte den Befehl der SS, das Käppele vorsorglich mit Flakgeschützen zu zerstören, um weitere Bombardierungen zu verhindern. War es doch während der Luftangriffe am 16. März 1945 nahezu unversehrt geblieben. Lediglich ein Loch im Kirchendach war damals entstanden.

Würzburgs höchste Kirche

Auch heute nehmen viele Wallfahrer den steilen Weg hoch zum Käppele auf sich. Von der großzügigen Terrasse vor der Kapelle haben Besucher einen einzigartigen Blick über die Stadt. Von hier aus kann man wunderbar die Festung und die Residenz sowie die zahlreichen Würzburger Kirchen der Innenstadt sehen. Unzählige Verliebte geben sich hier Jahr für Jahr das Ja-Wort.

Informationen zu den Öffnungszeiten und Gottesdiensten finden Sie auf der Homepage.

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